VOM BERICHT ZUM ERLEBEN

INQUIRY WERKSTATT

Eine Werkstatt für Achtsamkeitslehrende und MBSR LehrerInnen, mit dem Blick der Gestalttradition:
Wie können wir das Gewahrsein der Teilnehmenden besser unterstützen?

  • Termin: Mittwoch, 18. November 2026
  • Uhrzeit: 18.30-21.30 Uhr – 3 Stunden
  • Ort: online, den Link versenden wir nach der Anmeldung
  • Plätze: max. 14 Teilnehmende
  • Beitrag: 50,– Euro
Teilnehmer:IN

„Die Übung hat mir gar nicht gefallen – ich konnte mich nicht drauf einlassen“

Die Meditationsübung ist vorbei, der Gong ist verklungen, die Runde beginnt.
Jemand sagt diesen Satz. Du fragst nach und bekommst einen Bericht. Gut formuliert, ehrlich gemeint und irgendwie schon vorbei.
Wer MBSR, MBCT oder Achtsamkeit unterrichtet, kennt diese Momente. Die Inquiry soll helfen das Erleben zu erkunden oder zu vertiefen und landet beim Erzählen darüber. Du fragst noch einmal nach, etwas freundlicher. Die Antwort wird länger, aber nicht lebendiger. Irgendwann sagst du „Danke“ und schaust zur nächsten Person.

Das liegt selten an den Teilnehmenden. Menschen sind es gewohnt, über sich Auskunft zu geben. Sie haben es in der Schule gelernt, im Beruf und beim Hausarzt. Wer gefragt wird „Wie war das für dich?“, liefert eine Zusammenfassung. Das ist höflich und vernünftig. Und es ist genau der Ausgang, den die Inquiry eigentlich nicht nehmen will.

Was die Gestalt dazu weiß

Die Gestalttherapie beschäftigt sich seit über siebzig Jahren mit genau diesem Übergang: vom Reden über etwas zum Kontakt damit.
Mit dem Gewahrwerden des Unterschiedes zwischen Konzepten, Geschichte, Bewertung, Analyse, Projektion, Deflektion, Deutung, Empfindungen,
uvm. und dem Forschen am Phänomen und einer Sprache aus dem inneren Erleben.
Ihre Antworten sind erstaunlich handfest und erlernbar.
Sie betreffen die Art, wie wir fragen,
den Moment, in dem wir nicken, und das Tempo, in dem wir weitergehen.
Und die Frage, wo wir selbst gerade sind, während jemand anderes spricht.

„Warum war das so?“
„Was hat Dir nicht gefallen?“
„Was meinst Du damit?“
„Was würde Dich unterstützen?“
führt zuverlässig in den Kopf und
in Begründungen und Geschichten

„Was genau ist geschehen?“
„Welche Phänomene sind aufgetaucht?“
„Was hast Du während der Übung erlebt?
„
„Was nimmst Du jetzt wahr?“
führt ins Forschen und zur
vertieften Selbstwahrnehmung zurück.

Der entscheidende Moment in der Begegnung und der Selbsterfahrung

Das klingt nach einer Kleinigkeit. In der Praxis entscheidet es oft darüber, ob Kontakt mit dem Erleben des Teilnehmenden entsteht und Kontakt im Zwischen. Darüber ob ein Gespräch lebendig wird, die Teilnehmenden etwas über sich herausfinden oder ob es höflich und an der Oberfläche bleibt.

In dieser Werkstatt schauen wir uns diesen Übergang genau an. Nicht als Fragetechnik zum Auswendiglernen, sondern als Aufmerksamkeit, die sich üben lässt.

Was wir in der Inquiry Werkstatt tun

1 · Gemeinsame Praxis

Wir beginnen mit einer kurzen Praxis, mit der wir uns auf Phänomenologie und Gewahrsein einstimmen. Mit einer Übung aus der Gestalt Tradition kommen wir an.

2 · Inquiry im Plenum

Ein Gespräch mit Freiwilligen, das wir anschließend verlangsamen. Wo wurde es lebendig, wo ist es abgebogen, und was hat die Leitung in diesem Moment getan?

3 · Üben zu dritt

Eine Person leitet, eine teilt ihr Erleben, eine beobachtet. Ein einziger Fokus: das Was statt des Warum. Wer schon einmal gleichzeitig auf den Atem und auf die Uhr geachtet hat, weiß, warum ein Fokus genügt.

4 · Auswertung

Wir sammeln, was sich gezeigt hat, und nehmen eure Fragen auf. Gemeinsam reflektieren wir über den Unterschied zwischen gewahrseinsfördernden und anderen Interventionen.

Was du mitnimmst

  • Ein genaueres Gespür für den Moment, in dem ein Gespräch vom Erleben ins Berichten kippt.
  • Einige einfache Wendungen, mit denen du zum Kontakt und zum Erleben zurückführen kannst, ohne zu drängen.
  • Einen Blick auf deine eigene Rolle in der Inquiry: was du anbietest, wann du nickst, lobst oder weitergehst.
  • Die Erfahrung, es selbst ausprobiert zu haben, statt nur davon zu hören.

Für wen?

Für alle, die achtsamkeitsbasierte Kurse leiten, etwa MBSR, MBCT oder MSC, und für alle, die sich gerade darin ausbilden lassen.

Vorkenntnisse in Gestalt brauchst du nicht. Erfahrung mit der Inquiry ist willkommen, auch mit der eigenen Unsicherheit dabei.

Vertiefen, Forschen, Schärfen

Die Inquiry ist ein kluges Instrument, und die Gestalt kann helfen, es zu schärfen. Wir schauen auch auf das Leiten und ggfls. auch auf die persönlichen Themen, die sich darin zeigen.

Leitung: Alexander Kopp

Alexander Kopp unterrichtet seit 15 Jahren MBSR. Er ist Gestalttherapeut und Gestaltberater sowie ordinierter Zen-Mönch. Am Gestalt Training Center in Köln bildet er Menschen für die therapeutische und beraterische Arbeit aus.

Ihm liegt daran, Menschen, die mit Menschen arbeiten, in einer Haltung zu stärken, die Martin Buber Ich-Du genannt hat: dem anderen begegnen, statt ihn zu behandeln. Aus dieser Qualität der Begegnung entsteht der Raum, in dem Wachstum, Integration und Ganzwerdung möglich wird.

Die Inquiry kennt er von beiden Seiten: aus über 150 MBSR-Kursen und aus rund 200 Selbsterfahrungsgruppen sowie der Gestaltarbeit aus tausenden Stunden mit Einzelnen. In dieser Werkstatt treffen sich beide.

Drei Werkstätten über das Jahr

Jede Werkstatt steht für sich. Wer mehrere besucht, bekommt nach und nach ein ganzes Bild.

18. November 2026 · diese Werkstatt

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Wie tief darf Inquiry gehen?
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Anmeldung

  • Termin: Mittwoch, 18. November 2026
  • Uhrzeit: 18.30-21.30 Uhr – 3 Stunden
  • Ort: online, den Link versenden wir nach der Anmeldung
  • Plätze: max. 14 Teilnehmende
  • Beitrag: 50,– Euro